Fallbeispiel

Ein mittelständisches metallverarbeitendes Unternehmen bietet Ausbildungsplätze im gewerblichen, technischen und kaufmännischen Bereich an. Dabei steht es im direkten Wettbewerb mit einem großen Arbeitgeber der Region. Um für Ausbildungsplatzbewerber zukünftig die „1. Wahl“ zu sein, soll die Ausbildung deutlich attraktiver werden.

Nach der Zieldefinition mit der Personalleitung entwickelten wir gemeinsam ein Grundkonzept, bestehend aus betrieblichen Elementen (Produktschulung, Mentoren, Präsentationen), ergänzenden Trainingsmodulen für die Auszubildenden (Kommunikation, Präsentationstechnik, Teamarbeit, Selbstpräsentation, Umgang mit Geld) sowie einem Stufenplan für die Einführung und Umsetzung der Neuerungen.

Alle Beteiligten mit ins Boot holen ist eine wesentliche Maßgabe für die Akzeptanz und das Gelingen eines Veränderungsprozesses. Somit bildete dieses Grundkonzept die Basis für einen Workshop mit den Ausbildern. Im Ergebnis erarbeiteten die Ausbilder aller Berufsbilder gemeinsame Ausbildungsziele; inhaltlicher Art aber auch für ihre eigene zukünftige Zusammenarbeit. Als Unterstützung für die neuen Herausforderungen wünschten sich die Ausbilder weitere Workshops und eine höhere Akzeptanz für die Ausbildung im Unternehmen.

Unmittelbar nach dem Workshop mit den Ausbildern fand ein Kick-off-Workshop mit den Auszubildenden statt, in dem auch deren Erwartungen, Wünsche und Erfahrungen mit der bisherigen Ausbildung aufgearbeitet wurden.

Basierend auf diesen Ergebnissen entwickelte ich ein Feinkonzept für die Umsetzung der Trainingsmodule und der Ausbilderschulungen.

 Die Trainings fanden nicht nur im Schulungsraum statt, sondern banden die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens aktiver als bisher in die Ausbildung mit ein. Die dabei entstandene Verzahnung zwischen Ausbildung und Fachabteilungen führte zu einem wertvoll Wissensaustausch mit den erfahrenen Fachkräften. “Altes“ Wissen wurde wertschätzend im Unternehmen gehalten, „neues“ Wissen erfolgreich und nachhaltig integriert. Je stärker die Verzahnung zwischen Ausbildung und Fachkräften wurde, umso klarer wurde der Wunsch, nach Abschluss der Ausbildung eine attraktive Aufgabe im Unternehmen zu übernehmen.

Für die Ausbilder wurden basierend auf deren Bedarf Kurzschulungen entwickelt, die die regelmäßigen Ausbildertreffen bereicherten. Die dadurch intensivierte Zusammenarbeit bildete den Grundstein für die Fortführung des Konzeptes „in eigener Regie“, gesteuert über die Personalabteilung. Die aktive Einbindung aller Beteiligten führte im Unternehmen zu einer höheren Transparenz und einem höheren Interesse an der Ausbildung. Davon profitierten alle. Und die Bereitschaft, an Ausbildungsprojekten mitzuarbeiten und sie zu unterstützen, wuchs.